24H Spa_Walkenhorst_DAY1_06[1]

SPA. Das weltgrößte GT-24h Rennen. Team Walkenhorst trat mit zwei Fahrzeugen an. Ein M6 GT3 #34 in der PRO–Klasse mit DTM Fahrer Philipp Eng (AUT), Tom Blomqvist (GB) und Christian Krognes (NOR) und ein M6 GT3 #36 mit Henry Walkenhorst (DEU), Anders Buchardt (NOR), Immanuel Vinke (DEU) und Ralf Oeverhaus (DEU) in der AM-Klasse als Fahrerquartett.

24H Spa_Walkenhorst_DAY1_07[1]Das Rennwochenende startete für das Team bereits am Montag mit dem Aufbau der Box. Die Doppelgarage wurde mit einem Stellwandsystem von ML Design in vier Bereiche unterteilt. Einem Arbeitsbereich für die Rennfahrzeuge, einem Ingenieursbereich mit Monitoren zum überwachen der Datensysteme und dem Geschehen auf der Rennstrecke, einem Fahrerbereich in dem man sich ausruhen und vorbereiten konnte, sowie einer Viewing Area für geladene Gäste, um das Geschehen in der Box hautnah zu erleben.

Am Dienstag mussten alle Rennfahrzeuge bei der technischen Abnahme vorgestellt werden, bevor es am Nachmittag für den M6 GT3 #36 das erste Mal auf die Rennstrecke ging. Beim sogenannten Bronze Test haben die Fahrer der Amateur Klasse eine zusätzliche Möglichkeit, sich mit der Rennstrecke vertraut zu machen. Beim Trackwalk am Abend gingen dann alle Fahrer die rund 7 Kilometer lange Rennstrecke noch einmal zu Fuß ab. Hier kann man sich die Streckenbeschaffenheit, Bremspunkte, Fahrlinien, Höhe der Curbs und den Asphalt im Detail betrachten.

24H Spa_Walkenhorst_DAY1_18[1]Der Mittwoch war der Tag der Fans. In einer Parade fuhren alle Rennfahrzeuge von der Rennstrecke in die wunderschöne belgische Stadt Spa und wurden dort ausgestellt. Tausende Fans rissen sich um Fotos von den Rennfahrzeugen, den Fahrern, Autogrammkarten und Give-Aways, die verteilt wurden. Eine unglaublich tolle Atmosphäre. Am Abend fand daraufhin die Fahrerbesprechung mit rund 240 Rennfahrern aus aller Welt im „Le petit theatre“ in Spa statt.

Am Donnerstag ging es dann so richtig los. Freies Training, Pre-Qualifying, Qualifying, und Nachttraining standen auf dem Plan. Nachdem die Fahrzeuge im Training und Pre-Qualifying noch einmal auf die Streckenbedingungen abgestimmt wurden, war es endlich soweit. Qualifying. Jeder Fahrer hat 15 Minuten Zeit seine schnellst mögliche Runde zu fahren. Am Ende wird die jeweils schnellste Runde jedes Fahrers addiert und daraus die Durchschnitts- Rundenzeit gebildet. Tom Blomqvist, Christian Krognes und Philipp Eng (#34) waren dabei mit einer 2:19.155 mit Abstand die Schnellsten und sicherten so für Walkenhorst Motosport den 1. Platz im Qualifying. Eine Wahnsinns Leistung in diesem Starterfeld. Das Schwesterauto #36 mit Henry Walkenhorst, Ralf Oeverhaus, Anders Buchhardt und Immanuel Vinke sicherte sich den 5. Startplatz in der AM-Klasse.24H Spa_Walkenhorst_DAY2_47[1]

Superpole. Am Freitag fuhren die 20 schnellsten Fahrzeuge vom Qualifying am Vortag, im Einzelzeitfahren ihren Startplatz für das Rennen aus. Gestartet wurde aus der Box und nun hatte Philipp Eng zwei Runden lang Zeit eine neue Bestzeit zu setzen. Am Ende wurde es mit 2:19.517 Position acht, von der man zufrieden und als bester BMW in das 24h Rennen blicken konnte.

Renntag. Nachdem beim Pit Walk die Fans vorerst das letzte Mal die Chance hatten Fotos und Autogramme von den Fahrern zu ergattern, startete das Rennen pünktlich um 16:30 Uhr. Philipp Eng als Startfahrer in der #34 konnte sich bereits in der ersten Rennstunde 5 Startplätze nach vorn arbeiten. Weniger gut dagegen verlief die Startphase der #36 mit Startfahrer Immanuel Vinke. 24H Spa_Walkenhorst_323Dieser hatte eine Kollision und musste früh für eine Reparatur in die Box fahren. Das Team tauschte einen verbogenen Querlenker an der Vorderachse und befestigte die beschädigten Karosserieteile. Nach 10 Minuten Reparaturpause konnte die #36 das Rennen wieder aufnehmen. Bei jedem Boxenstopp müssen strenge Regeln eingehalten werden. Die Anzahl der Mechaniker und Geräte am Auto ist beschränkt und die Reihenfolge der Arbeiten ist definiert. Marshalls vor jeder Box kontrollieren und filmen die Boxenstopps und verhängen Strafen, falls etwas falsch gemacht wird. Doch das Team hat sich seit Wochen mit Boxenstopptrainings für das Rennen vorbereitet, um 24 Stunden lang mit voller Konzentration und Fitness zu punkten.

24H Spa_Walkenhorst_352Das diesjährige Rennen wurde von zahlreichen Gelb- und Safety-Car-Phasen geprägt, und musste in der Nacht nach einem schweren Unfall sogar für rund 1,5 Stunden unterbrochen werden. Während der Unterbrechung tickte die Rennuhr jedoch weiter. Beim Neustart ging es für die #34 von Position 1 ins Rennen und das Team realisierte so langsam, dass man tatsächlich um den Sieg mitfährt. Zeitgleich machte beim Schwesterfahrzeug #36 ein Radlagerschaden hinten rechts, als Folge der Kollision aus der ersten Rennstunde, sowie ein Reifenschaden alle Hoffnungen auf einen Podiumsplatz in der AM-Klasse zunichte.

Die Schlussphase war der aufregendste Moment des Rennens. Anspannung wo man nur hinsah und die Hoffnung, dass nun nicht noch irgendetwas schiefläuft. Erst als die #34 in die letzte Rennrunde fuhr, und es noch einmal hieß 7 Kilometer und 4 Meter zittern, ging das gesamte Team zur Boxenmauer. Dort warteten alle um Philipp Eng fahnenschwenkend zuzujubeln als dieser die Ziellinie als Erster überfuhr. Nach 24 Stunden gewinnen Tom Blomqvist, Christian Krognes und Philipp Eng im BMW M6 GT3 mit Walkenhorst Motorsport das Größte GT3 24h Rennen der Welt.

24H Spa_Walkenhorst_428„Es ist der größte Erfolg in unserer Motorsport-Geschichte und ich kann es einfach nicht fassen. Wir sind SIEGER der 70. Auflage des 24h Rennen in Spa, Francorchamps. Es steckt soviel Schweiß und Blut dahinter und endlich wurden wir belohnt. Jeder einzelne von uns hat sensationelle Arbeit geleistet und dazu beigetragen. Auch der zweite M6 GT3 #36, auf dem auch ich als Pilot gesessen bin hat alles gegeben. Trotz der Probleme zwischendurch haben wir den 5. Platz in der AM-Klasse und den 38. im Gesamtklassensegment ergattert. Ich bin so Stolz auf jeden und kann es kaum in Worte fassen, wie sehr ich mich freue – ich denke ich spreche für alle, wenn ich sage, dass wir das verdient haben“ so Teamchef, Henry Walkenhorst nachdem er jedes einzelne Teammitglied in den Arm nahm und sich unendlich freute.